Kräuterprofil: Traumkraut
Traumkraut
(Calea zacatechichi)
Überblick
Systematik:
Familie: Korbblütler
Unterfamilie: Sonnenblumenartige
Vorkommen:
Hochland zwischen Mexico und Costa Rica. Sowie Flachland auf Yucatan.
Inhaltsstoffe:
- Bitterstoffe (Sesquiterpenlactonen)
- Flavone
- Nichtidentifiziertes Alkaloid
Räucherprofil
Dass Calea auch verräuchert wird, war mir bis vor kurzem gar nicht bekannt. Ich wusste nur von der Ethnopharmakologischen Einstufung. Tatsächlich ist die Zubereitung von Tee immernoch sein Hauptverwendungszweck (siehe unten).
Beim Verräuchern lässt sich die schlaffördernde und trauminduzierende Wirkung (auf die der Name ja schon hinweist) ebenfalls nutzen: Es empfiehlt sich Traumkraut vor dem Schlafengehen zu verräuchern; zusätzlich kann man ein wenig darüber Meditieren welches Problem oder welche Thematik man im Traum bearbeiten/lösen will.
Auch für Experimente zu luziden Träumen ist Traumkraut geeignet. Man sollte aber nicht vergessen, dass z.B. eine Dokumentation der Träume nach dem Aufwachen ebenso wichtig sein kann.
Duftbotschaft:
“Erlösung kommt von Innen”
Drogenprofil
Es wird davon ausgegangen, dass das bisher unbekannte Alkaloid die psychoaktive Wirkung hervorruft. Die Wirkung unterscheidet sich sehr von den gängigen Tryptamin-Drogen.
Anwendungsgebiete:
Es handelt sich um eine Pflanze, die schon bei den Azteken und Maya vielfältig genutzt wurde; noch heute wird sie folgendermaßen eingesetzt:
- Verschiedene Naturvölker (z.B. die Oaxaca-Indianer) rufen mit ihr wahrsagerische Visionen in Träumen hervor.
- Aufgetragen trägt sie zur Schmerzlinderung bei.
- Eingenommen wirkt sie angeblich gegen Fieber, Kopfschmerzen und als Abführmittel.
- Malaria wird Volkstümlich mit Traumkraut behandelt.
Aufnahme:
Neben dem Verräuchern (wofür es keine Dosierungsvorschriften gibt) kann die Wirkung von Traumkraut auch folgendermaßen genutzt werden:
- Alkoholauszug
- Kaltwasserauszug
- Tee
- Rauchen von Extrakten
Dabei wird davon ausgegangen, dass die Wirkung an dem unbekannten Alkaloid hängt und dieses in Wasser/Alkohol löslich ist und von jeglichen Schleimhäuten aufgenommen werden kann.
Dosierung:
Für einen Tee werden ca. 20-30g in 500-1000ml aufgebrüht. Das ganze sollte einige Zeit ziehen (mindestens 30 Minuten). Es entsteht ein ziemlich bitteres Getränk, welches kurz vor dem Schlafengehen getrunken werden sollte. Zusätzlich kann noch etwas zum Räuchern aufgelegt werden.
Danach sollte Ruhe und Dunkelheit herrschen. Das übertreten in den Traum findet schnell statt. Nach 30 MInuten stellt sich ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit ein und der Herzschlag wird bewusster empfunden sowie verlangsamt.
Eine Überdosierung kann kaum stattfinden. Die angegebene Menge von 25g klärt die Gedanken und die Sinne; an höhere Dosen sollte man sich langsam herantasten, können aber das luzide Träumen sehr verstärken.
Nachteile: 25g als Tee liefern mindestens 500ml bitterste Brühe. Das ist gesund, keine Frage, aber ganz schön eklig ,)
Vorschriften:
Sowohl das Ziehen der Pflanze als auch der Besitz von getrocknetem Traumkraut ist vollkommen legal.
Sehr informativer Blog, bin gespannt was noch kommen wird.
Ich finde die afrikanische Traumwurzel (silene capensis) übrigens besser als Calea.
Erstens schmeckt es nicht so ekelhaft bitter (es reicht auch ein halber Teelöffel, mehr zu nehmen bringt nichts ausser Magenbeschwerden) und zweitens stellen sich bei mir immer spätestens nach drei Tagen zuverlässig die gewünschten Effekte ein.
Ich habe mittlerweile Silene Capensis ausprobiert. Spannend. Auch beim Räuchern. Schade übrigens, was aus Kratom geworden ist; ich muss zwar gestehen, dass ich es nie wirklich lieben gelernt habe, aber Dtl macht einem wirklich viel kaputt -.-